Gefahrstoffetiketten


Gefahrstoffetiketten – Kennzeichnung von Gefahrstoffen

Um die Verwender von Gefahrstoffen auf die Gefahren beim Umgang mit den Stoffen hinzuweisen, müssen diese Stoffe/Gebinde gekennzeichnet werden. Damit die möglichen Gefahren möglichst schnell erkannt werden hat der Gesetzgeber die Kennzeichnungsrichtlinie, ein einheitliches Kennzeichnungssystem erlassen.

Seit Dezember 2010 müssen Reinstoffe entsprechend den Vorgaben der CLP Verordnung 1272/2008 nach GHS „Globally Harmonized System of Classification and labelling of chemicals“ gekennzeichnet werden. Bei Zubereitungen und Mischungen kann bis Sommer 2015 die bisherige Kennzeichnung, mit den bekannten orangefarbenen Quadraten mit schwarzem Gefährdungs-Symbolen, mit Angabe der R- und S-Sätze verwendet werden. Alternativ können Zubereitungen und Gemische bereits jetzt nach der GHS Kennzeichnung gekennzeichnet, mit GHS Labels versehen werden. Ab Juni 2015 müssen auch Zubereitungen (Gemische) nach GHS gekennzeichnet werden.

Mit GHS wurde eine neue Kennzeichnung mit neuen Elementen eingeführt. Die bisherigen Gefahrensymbole werden durch Gefahrenpiktogramme (Hazard Pictograms), rautenförmigen Symbolen mit rotem Rahmen, weißem Hintergrund und schwarzen Gefahrensymbolen, ersetzt. Die Gefahrenhinweise, bisher R-Sätze, werden durch die neu strukturierten H-Sätze (Hazard statements) und die Sicherheitshinweise, bisher S-Sätze, werden durch P-Sätze (Precautionary statements) ersetzt. Neu hinzugekommen bei der GHS Kennzeichnung auf den Gefahrstoffetiketten sind die Signalwörter, die dem Nutzer über den relativen Gefährdungsgrad und die potentielle Gefahr Auskunft geben soll. Das Signalwort GEFAHR (Danger) kennzeichnet Stoffe mit größeren Gefahr und ACHTUNG (Warning) Stoffe mit weniger großen Gefahren.

Vorgeschriebene Elemente:

Eine normgerechte Etikettierung nach GHS muss folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die offizielle Bezeichnung des Stoffes bzw. die Bezeichnung des Gemisches
  • Identifikationsnummer bzw. Inhaltsstoffe
  • Gefahrenpiktogramme
  • Signalwort
  • Gefahrenhinweise (H-Sätze)
  • Sicherheitshinweise (P-Sätze)
  • Ergänzende Gefahrenmerkmale
  • Menge
  • Lieferant
zeigt Beispiel für ein Etikett
Abb. Gefahrstoffetikett gemäß GHS

 

Vorgaben bezüglich Etikettengröße und Größe der Piktogramme

Fassungsvermögen Abmessung des Etiketts
(in mm)
Abmessungen
jedes Piktogramms (in mm)
bis 3 L mindestens 52 x 74 16 x 16 oder größer (mindestens 10 x 10 )
3 L bis 50 L mindestens 74 x 105 mindestens 23 x 23
50 L bis 500 L mindestens 105 x 148 mindestens 32 x 32
größer als 500 l mindestens 148 x 210 mindestens 46 x 46

Toxolution GHS Gefahrstoffetiketten

Mit den Toxolution GHS Gefahrstoffetiketten (mehr …) erstellen Sie auf Knopfdruck normgerechte Etiketten, die hier dargestellten Vorgaben erfüllen.

TRGS 201 und Merkblatt M 060

Die Praxis hat gezeigt, dass die normgerechten Etiketten für den internen Gebrauch, insbesondere bei kleinen Gebinden, nur bedingt zu gebrauchen sind. Die TRGS 201 beschreibt wie man die Kennzeichnungselemente für den internen Gebrauch reduzieren kann.

zeigt Beispiel Etikett für reduziertes Etikett gemäß TRGS 201
Abb. Beispiel Etikett gemäß TRGS 201

Diese reduzierten Gefahrstoffetiketten zeigen die wichtigsten Gefahrenmerkmale in reduzierter Form und eignen sich besonders zur Kennzeichnung von kleineren Gebinden. Bei der Reduktion werden zunächst die Gefahrensymbole auf maximal 3 Piktogramme reduziert. Während bei der normgerechten Darstellung die H- und P-Sätze (der Text) angeben werden muss, reduziert die TRGS 201 die Anzeige auf die H-Satz-Nummern. Da aber die reine Nummer selbst für den Praktiker nur bedingte Aussagekraft besitzt hat die BG RCI (Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie) im Merkblatt M 060 die wichtigsten H-Sätze auf ein Schlagwort reduziert. Dieses „Schlagwort“ wird direkt unter dem entsprechenden Piktogramm dargestellt. Zusätzlich kann auf besondere Gefahren z.B. „Im trockenem Zustand explosiv“ oder Entwickelt giftige Gase mit Wasser/Säure“ hingewiesen werden.

Auch Etiketten in der reduzierten Form können mit dem Toxolution GHS Etikettenprogramm (mehr …) auf Knopfdruck erstellt werden. Bis Version 2014_01 wurden die reduzierten Gefahrstoffetiketten „nur“ entsprechend der TRGS 201 dargestellt. Ab Version 2014_02 sind auch die Vorschläge der BG RCI integriert (Updates für frühere Versionen sind verfügbar).